Schmerzen beim Stillen

 

Das Schlimmste an den Schmerzen beim Stillen ist, dass dir von allen Seiten erklärt wird, dass sie normal sind und in einigen Wochen (!!) von selbst verschwinden, du musst nur durchhalten.

Das führt dazu, dass oft viel Zeit damit ver­bracht wird, Symptome zu lin­dern, statt die Ur
sache der Schmerzen her­aus­zu­fin­den
.

Die gute Nachricht ist: Stillen tut nicht weh!

Und noch mal: Stillen ist normalerweise völlig schmerzlos!!

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Quelle: pixabay

Würden Schmerzen beim Stillen der Normalfall sein, kann ich mir im Übrigen nicht vor­stel­len, dass die Menschheit unter die­sen Umständen bis heu­te über­lebt hät­te, auch wenn Frauen dies­be­züg­lich sehr lei­dens­fä­hig sind.

Vielmehr sind Schmerzen ein Alarmsignal des Körpers, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Die häufigsten Varianten der Schmerzen sind:

  • an den Brustwarzen (wund, schrun­dig, ris­sig, ent­zün­det, blu­tig)
  • beim Anlegen und Saugen (ver­schwin­den beim Stillen nicht)
  • tief in der Brust wäh­rend des Stillens und/oder danach

Ein kräf­ti­ges Prickeln zu Beginn des Trinkens, das man­che Frauen auch durch­aus als schmerz­haft emp­fin­den, kann am Beginn der Stillzeit schon auf­tre­ten (denn man­che Frauen spü­ren, wenn der Milchspendereflex aus­löst).

Verschwindet die­ser Schmerz nicht nach eini­gen Zügen (wenn die Milch gut fließt), ist dein Baby mög­li­cher­wei­se nicht opti­mal ange­legt, d. h. der Mund ist nicht weit genug auf, um die Brust rich­tig zu erfas­sen.

Etwas konkreter:

Richtig weit auf heißt, der Mund ist ähn­lich weit geöff­net wie beim Gähnen!

Und das ist ziem­lich weit!

Nicht korrektes Erfassen der Brust ist außerdem die mit Abstand häufigste Ursache vieler anderer möglicher Probleme: 

Wenn du dau­er­haft Schmerzen hast, ist die Wahrscheinlichkeit also sehr hoch, dass dein Baby nicht gut ange­legt ist.

Auch wenn natürlich andere Ursachen eine Rolle spielen können, z. B.:

  • Soor
  • Vasospasmus (Gefäßkrämpfe)
  • zu kurzes/angewachsenes Zungenbändchen
  • ande­re Saugprobleme dei­nes Babys

Ist dein Problem hier dabei?

Dann ist es wich­tig, dass sich mög­lichst schnell jemand, der wirk­lich erfah­ren damit ist, alles ansieht und mit dir wei­te­re Schritte für eine Lösung bespricht.

Alle Cremes, Salben, Heilwolle, Laser etc. wir­ken immer nur am Symptom und besei­ti­gen nicht die Ursache.

 

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